Artikel aus dem Diepholzer Kreisblatt vom 09.09.2015 - Text & Photo: Bredemeyer

Bänke für kommunikativen AufenthaItsbereich

Realschule Diepholz und Jugendwerkstatt: Neue Basis der Zusammenarbeit

Das Konzept der offenen - das heißt der freiwilligen - Ganztagsschule, stellte die Diepholzer Realschule schon in der Planung vor neue Herausforderungen. Schulleiter Uwe Hofemeister beteiligte an diesem Vorhaben eine Schülerplanungsgruppe aus dem Projekt ,,Gesund Leben Lernen" unter Leitung von Kollegin Christine Kalvelage und Sozialpädagogin Natalia Hensch. Sie nahmen Kontakt auf zur Jugendwerkstatt im Weiterbildungszentrum Diepholz.

Ihre Idee: ,,Wir wollen die Pausenhalle zu einem kommunikativen Aufenthaltsbereich umgestalten und dafür Tischrunden, Sitzplätze und Kickerspieltische so anzuordnen, dass man sich dort in den Pausen locker und leger gruppieren kann und sich wohlfühlt." Auch gerade für die Schülerinnen und Schüler aus dem Ganztagsangebot sollte es einladend sein, sich hier zu treffen und die Zeit miteinander zu gestalten.

Natürlich, so der Schulleiter, wird dieses Angebot von Montag bis Mittwoch von halbjährlich zu wählenden Arbeitsgemeinschaften und der Schulaufgabenbetreuung begleitet, wobei der Donnerstag als vierter Tag frei dazu gewählt werden kann.

Sehr patent als Kooperationspartner für die praktisch umgesetzte Gestaltung erwies sich dann die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt unweit der Schule in den Kohlhöfen 12a. Dort bietet die Jugendwerkstatt des Bildungswerks Niedersächsischer Volkshochschule (BNVHS) noch schulpflichtigen jungen Leuten die Möglichkeit an, verschiedene Berufsfelder praktisch kennenzulernen. Das sind Bau- und Baunebenberufe und Bereiche aus Ernährung, Hygiene und Hauswirtschaft.

Das Augenmerk der Realschulplanungsgruppe galt neuen Bänken für den Aufenthaltsraum. Für die Verwirklichung der Pläne bot sich eine kooperative Zusammenarbeit in nächster Nähe an: Die Jugendwerkstatt unter Leitung der pädagogischen Ansprechpartnerin Elisabeth Picklapp mit Ausbildungsleiter Walter Helmvoigt und Walter Koopmann als Gesamtleiter.

Es war eine sinnvolle Aufgabe auch gerade für die Jugendlichen aus der passenden Werkstatt. Hier etwas Brauchbares in Angriff zu nehmen und umsetzen zu können, macht Sinn und setzt greifbare Ziele.

Von März an gingen sie an die Arbeit und schafften es, sechs große Holzbänke zu bauen, die rechtzeitig zu Schulbeginn aufgestellt werden konnten. Die Schüler der Planungsgruppe, die Ausführenden und die Begleiter aus Schule und Werkstatt konnten jetzt stolz auf ihr Basisergebnis sein und weihten die Bänke mit einer Sitzprobe ein.

,,Diese gelungene Zusammenarbeit wollen wir auch weiterführen und die Möglichkeit nutzen, jeweils über unseren „Tellerrand“ der Realschule und der Jugendwerkstatt zu blicken und den Erfolg gut überlegter Arbeit zu sehen. So profitieren wir von einander", war die Meinung der Verantwortungsträger, die schon im Blick haben, den Pausenhof zu verändern. Da wäre dann die Abteilung Garten- und Landschaftsbau der Jugendwerkstatt gefragt.

 

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,,Einsitzen" der neuen Bänke im Aufenthaltsbereich der Realschule Diepholz mit den Verantwortlichen der Planung und Ausführung
(von links). Natalia Hensch, Christine Kalvelage, Walter Helmvoigt (5.von rechts), Walter Koopmann (3. von rechts, daneben Elisabeth Picklack (BNVHS) und Realschulleiter Uwe Hofemeister (rechts).

Foto: Bredemeyer

 


 

Realschule Diepholz für gesundes Lernen und Lehren ausgezeichnet

Niedersachsenweites Projekt in Diepholz erfolgreich umgesetzt

Diepholz/Hannover.
Zum Abschluss des Gesundheitsprojekts „Gesund Leben Lernen" (GLL) im Zeitraum 2012 – 2014 wurde die Realschule Diepholz in Anwesenheit der Kultusministerin Frauke Heiligenstadt für ihr Gesundheitsmanagement ausgezeichnet. Auf der verliehenen Urkunde heißt es: „Die Realschule Diepholz hat engagiert und aktiv an einer gesundheitsfördernden Weiterentwicklung der Schule gearbeitet."

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v.l.n.r.: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (links) überreichte in Hannover zusammen mit Carsten Hammler (Geschäftsführer Prävention der AOK Niedersachsen) das GLL-Zertifikat an die Vertreterinnen der Realschule Diepholz: Pia Wilms (Schülerin), Natalia Hensch (Schulsozialpädagogin), Christine Kalvelage (GLL-Projektleiterin), Kristina Kovalev (Schülerin).

Gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen stellen sich auch im „Lebensraum Schule" nicht von selber ein. Mit dem Ziel, die Schüler- und Lehrergesundheit zu stärken und die Leistungsfähigkeit aller zu erhöhen, startete die Realschule Diepholz vor zwei Jahren in das Projekt.

Ihr erstes Vorgehen betraf die Schülerinnen und Schüler direkt: Sie übernahmen Verantwortung für ihr eigenes Wohlergehen und entlasten damit auch die Lehre-rinnen und Lehrer. In Kleingruppen entwickelten sie zum Beispiel Vorschläge für erholsamere Pausen. So wird die Pausenhalle in den nächsten Wochen mit neuen Möbeln ausgestattet, die zum „Chillen" und Frühstücken einladen. In einem ausgewiesenen Kommunikationsbereich dürfen zukünftig auch Smartphones und Handys genutzt werden. Andere Schüler setzen sich für eine konfliktarme Pause ein, indem sie neuerdings die Aufsicht führenden Lehrer in den Pausen als „Konfliktlotsen" unterstützen.

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Ein zweiter Ansatzpunkt hatte zum Ziel, mehr Bewegung in den Schulalltag zu integrieren. Während die Lehrer dazu eine Fortbildung besuchten und nunmehr häufiger Bewegungsphasen in den Unterricht integrieren, wurde für die Schüler eine Spieleausleihe für die Pausen eingerichtet. Dafür war die Anschaffung einer Vielzahl von Spielgeräten nötig.
Darüber hinaus gibt es viele bereitwillige Schülerinnen und Schüler, die sich zu Schulsportassistenten ausbilden ließen bzw. demnächst lassen und die Pausenspiele für die jüngeren Schüler anleiten werden.

Basis des Gesundheitsprojektes ist die vor elf Jahren ins Leben gerufene landesweite Initiative „Gesund Leben Lernen" (GLL) der Landesvereinigung für Gesundheit, der gesetzlichen Krankenkassen, des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover und der niedersächsischen Ministerien für Soziales und Kultur. Auf einer Auftakt- und Richtfestveranstaltung in Hannover wurden jetzt insgesamt 14 Schulen ausgezeichnet, an der inzwischen mehr als 200 Schulen landesweit teilgenommen haben.

„Die Veranstaltung ist immer auch ein Marktplatz der Ideen, denn hier treffen ,alte' und ,neue' Teilnehmerschulen in einem fruchtbaren Dialog aufeinander", so Carsten Hammler, Geschäftsführer des Bereiches Prävention beim Kooperationspartner AOK Niedersachsen, der gemeinsam mit Kultusministerin Frauke Heiligenstadt das Zertifikat an die Vertreterinnen und Vertreter der Realschule Diepholz überreichte. AOK-Präventionsberaterin Karin König-Schneider begleitete das GLL-Team in Diepholz auf dem Weg. „Das Kollegium hatte kurz vor dem Start den Schultag neu und mutig rhythmisiert, das legte den Grundstein der erfolgreichen verantwortlichen Einbeziehung der Schüler", so Karin König-Schneider (AOK-Präventionsberaterinnen für Kindergärten und Schulen).

Weitere Informationen zur Teilnahme an dem Projekt sind unter 04242-591 72 645, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erhältlich oder im Internet unter www.gll-nds.de abrufbar.

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v.l.n.r.: Karin König-Schneider (AOK),  Pia Wilms (Schülerin), Kristina Kovalev (Schülerin), Natalia Hensch (Schulsozialpädagogin), Christine Kalvelage (GLL-Projektleiterin).

 


 

Realschüler sind „fit für den Sommer"

Projekttage mit vielen Aktionen und Bewegung / Schule will nachhaltige Wirkung erzielen

„Eins, zwei – eins, zwei, drei, vier", schallt es über den Vorhof der Realschule. Rund einhundert Schüler strecken im Takt der fetzigen Musik kraftvoll ihre Arme in die Höhe. Schritt, Schritt und zur Seite, drehen und „tepp". Mit einem sogenannten Flashmob, einem Zusammentreffen und gemeinsamen Tanz der Schüler, beendete die Diepholzer Realschule ihre diesjährigen Projekttage. Unter dem Motto „Fit in den Sommer" hatte das Lehrerkollegium 25 Angebote rund um die Themen Gesundheit und Bewegung für die Realschüler vorbereitet.

Projekt 2013 01 150KBMit dem Flashmob endeten die Projekttage der Realschule Diepholz.
Foto: Trubel-Banke

Nicht nur körperliche Aktivitäten wie das gemeinsame Tanzen oder Waveboard-Fahren und „Blindenfußball" mit verbunden Augen, sondern auch die geistige Beweglichkeit standen während der beiden Projekttage im Mittelpunkt.

Daniel aus dem neunten Jahrgang legt bedächtig die Kanten eines Papierbogens aufeinander. Sorgfältig streicht er mit dem Finger die Falz glatt. Im Projekt „Origami" lernt er gemeinsam mit seinen Mitschülern, wie man aufwändige Figuren faltet. „Ich mag Mathematik und vor allem geometrische Formen", erzählt Daniel. „Beim Papierfalten wird das Gehirn ganz schön beansprucht, damit man diese Formen zustande bekommt."

Domenik aus der Klasse fünf hingegen hat sich beim Yoga-Projekt ganz verausgabt. „Ich kann jetzt schon den Sonnengruß und auch den Krieger", berichtet er stolz. Die meisten Vorgaben im Yogakurs konnte er sich gut merken und will sie unbedingt auch zu Hause ausprobieren.

GLLDass die Projekte nachhaltigen Charakter haben und deren Wirkung danach nicht einfach verpufft, das ist besonders auch Schulleiter Uwe Hofemeister wichtig. „Die Anregungen, die unsere Schüler in den unterschiedlichen Angeboten erhalten, sollen sie im besten Fall mit nach Hause nehmen und in ihren Alltag integrieren", erklärt er die Zielsetzung der Aktionstage. Statt einem von Computer, Handy und Co. geprägten Alltag sollen die Schüler am eigenen Leib erfahren, wie wichtig und schön körperliche und geistige Beweglichkeit sowie reale soziale Kontakte sind, so Hofemeister. Seit Beginn des Schuljahres nimmt die Realschule am Projekt „Gesund leben lernen" (GLL) teil. Bei diesem Projekt geht es vor allem darum, dass Schule zu einer gesunden Lebenswelt für alle daran Beteiligten entwickelt werden soll.

Karin König-Schneider von der Krankenkasse AOK, die auch das GLL-Vorhaben der Schule begleitet, bot an den Projekttagen der Realschule unterschiedliche Möglichkeiten zum Jonglieren an. Tücher, Bälle und Keulen lagen für die Schüler bereit. „Jonglieren macht Spaß und die linke und rechte Gehirnhälfte werden aktiviert", so König-Schneider. Mit nur wenig Aufwand und Material könne man damit fast immer und überall Bewegung auch in den schulischen Alltag bringen, erläutert die Gesundheitsexpertin ihre Idee. Außerdem erhalten Schüler beim Jonglieren die Möglichkeit auch voneinander zu lernen. „Wenn nur ein Schüler gut mit den Bällen umgehen kann, dann zieht er auch viele andere mit", berichtet König-Schneider von ihren Erfahrungen.

„In einem nächsten Schritt sollten nun die Eltern der Schüler mit ins Boot geholt werden, um einen aktiven und bewegten Lebensstil der Kinder auch zu Hause zu unterstützen", blickt Uwe Hofemeister in die Zukunft des GLL-Projekts an der Realschule.

 


 

Realschule bringt Kinder in Bewegung

„Schüler unterliegen in der Regel einem Sitzdiktat" / Projekttag für Eltern und Lehrer

Ohne lange zu überlegen stehen Emma und Sabrina im Klassenraum von ihren Stühlen auf. Sie springen in die Luft, so hoch es eben geht. Einige ihrer Mitschüler reißen dabei sogar die Arme nach oben. „Wie hat euch denn der Unterricht gefallen?", hat Karsten Heilmann die Schüler der 5a gerade gefragt. Und wer die Stunde richtig klasse fand, darf am Ende einmal schwungvoll hochhüpfen. Im Rahmen des Aktionstages „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe" hat Heilmann für das Kollegium der Realschule Diepholz eine von „bewegten" Aktivitäten gekennzeichnete Unterrichtsstunde mit der fünften Klasse vorgeführt.

Schulen sollen in Bewegung gebracht werden – dies ist der Ansatz des vom Niedersächsischen Kultusministerium geförderten Projektes „Bewegte Schule". Dabei geht es Karsten Heilmann und seinen Kollegen nicht ausschließlich darum, dass Kinder in der Schule mehr Sportunterricht erhalten oder in den Pausen mehr Platz zum Toben haben. Stattdessen hatte der Aktionstag an der Realschule zum Ziel, dass zum Beispiel die Lehrer ihren Unterricht so organisieren, dass Kinder selbstständiger lernen oder dass sich Arbeitsphasen alleine und in der Gruppe abwechseln. Denn so können die Schüler in Bewegung kommen – äußerlich und innerlich.

Dass Bewegung auf mehreren Ebenen ganz wichtig sei, das betont auch Hermann Städtler, Projektleiter der „Bewegten Schule" und Schulleiter einer Grundschule in Hannover. „Schule ohne Bewegung bedeutet Lernen mit hohem Reibungsverlust", so Städtler. Wer den ganzen Schultag lang nur im Sitzen und zum Beispiel ohne jegliche Abwechslung in den Arbeitsphasen verbringe, verliere mit der Zeit sowohl seine Konzentration als auch den Spaß am Unterricht. In der Regel litten vor allem die Jungen unter diesem Zustand. „Schüler unterliegen in der Regel einem Sitzdiktat", beschreibt Hermann Städtler die Situation an vielen Schulen.

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Die Klasse 5a der Realschule Diepholz streckt zum Aufwärmen vor der Stunde die Arme in die Luft. Beim Aktionstag „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe" führte Karsten Heilmann (Tafel) den Lehrern der Realschule vor, wie sich Bewegung in den Unterricht einbauen lässt. Foto: Trubel-Banke

Diesen Zustand aktiv zu verändern hat sich auch die Diepholzer Realschule zum Ziel gesetzt. „Wir finden es sehr wichtig, noch mehr Bewegung in unseren Schulalltag einzubauen", betont Uwe Hofemeister, Schulleiter der Realschule. Zu Beginn dieses Schuljahres hat die Schule eine neue Zeiteinteilung mit einem Stundentakt von 80 Minuten erfolgreich eingeführt. „Vor allem für die jüngeren Schüler in den Klassen 5 und 6 sehen wir in diesem Rahmen die Notwendigkeit, noch mehr Möglichkeiten zur Bewegung anzubieten." Somit sollen der Lernerfolg und auch die Freude am Lernen langfristig sichergestellt werden.

Die Realschule nimmt aktuell am unter anderem von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützen Projekt „Gesund leben lernen" teil. Bei diesem Projekt geht es darum, dass Schule zu einer gesunden Lebenswelt für alle daran Beteiligten entwickelt werden soll.

Aber nicht nur das Kollegium an der Schule, sondern auch die Eltern sind aufgefordert, das „Mehr" an Bewegung aktiv zu leben und weiterzuführen. Dies wurde nicht zuletzt bei dem sich an die nachmittägliche Lehrerfortbildung anschließenden Elternabend deutlich. „Damit gesundheitsfördernde Impulse nicht am Schultor enden, sollte das Elternhaus zur aktiven Mitarbeit befähigt werden", meint Hermann Städtler. Statt ihre Kinder also unbeaufsichtigt stundenlang vor dem PC hocken zu lassen, sollten die Eltern in der Familie bewegte Rituale einführen und diese regelmäßig und konsequent umsetzen – sei es beim gemeinsamen gesunden Frühstück oder einer Fahrradtour am Wochenende.

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Auch innerliche Beweglichkeit trägt zum Lernerfolg bei: Beim Aktionstag „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe" an der Diepholzer Realschule zeigte Karsten Heilmann (links) mit Hilfe einer methodenreichen Unterrichtsstunde mit der Klasse 5a dem Kollegium der Schule (Hintergrund), wie wichtig Bewegung in der Schule ist. Foto: Trubel-Banke