Einmal durch die Berufswelt von A bis S

Erfolgreiche „Berufsweltorientierung" an Realschule und Jahnschule / Aktionen aus der Praxis

Konzentriert hält Nick die flache Zange in der Hand. „Jetzt nicht zu fest und auch nicht zu vorsichtig", gibt ihm sein Gegenüber als Tipp und hält dem Realschüler die noch unbearbeitete Spiegelfläche entgegen. Dann macht es ganz leicht „knack", und nach wenigen geschickten Handgriffen hält Nick einen von ihm selbst zugeschnittenen Taschenspiegel in der Hand.

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Schneiden eines Spiegels
Foto: Trubel-Banke

Auf der von der Realschule Diepholz und der Jahnschule gemeinsam durchgeführten „Berufsweltorientierung" hatten Nick und seine rund 170 Mitschüler aus allen neunten Klassen der Realschule sowie den zehnten Klassen der Jahnschule einen Tag lang die Gelegenheit, an unterschiedlichen Stationen hautnah rund 23 potenzielle Arbeitgeber sowie deren Berufsfelder kennenzulernen. Von A wie Altenpfleger bis S wie Systeminformatiker war für jedes Interessengebiet etwas dabei.

„Mit der zweiten Ausgabe dieser Aktion zur praktischen Berufsorientierung konnten wir an den Erfolg des „Berufeparcours" vom vergangenen Jahr anknüpfen", erklärt Realschulleiter Uwe Hofemeister das Vorhaben. Mittlerweile gehöre dieses Projekt zu einem zentralen Baustein des Berufsorientierungskonzepts der Realschule. „Hier wird ein wichtiger Kontakt zwischen Schülern und Betrieben hergestellt und so ist das für beide Seiten eine Win-Win-Situation", resümiert Hofemeister. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Land Niedersachsen und der Bundesagentur für Arbeit.

Robin nimmt eine Haarsträne der lebensecht wirkenden Frisierpuppe in die rechte Hand, mit der linken hält er noch etwas zaghaft ein aufgeheiztes Glätteisen. „Ganz, ganz langsam die Strähne entlangfahren und das mit nicht zu viel Druck", lautet die Hilfestellung der Friseurin. Dass Jungen auch einmal „typische Frauenberufe" kennenlernen und Mädchen „Männerberufe" und diesen gegenüber ihre Scheu und Vorurteile ablegen, ist ein weiterer Bonus der berufsorientierenden Maßnahme.

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 Praktische Arbeitsschritte an einer Frisierpuppe ausprobieren
Foto: Trubel-Banke

„Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Betriebe engagiert für den Parcours einsetzen und sich für die Schüler wirklich tolle Aktivitäten ausgedacht haben" bedanken sich die Koordinatoren dieser Aktion Anika Flöte (Realschule) und André Pfennig (Jahnschule) bei den Unternehmen.

Die beteiligten Betriebe spiegelten dabei ein sehr breites Spektrum möglicher Berufsfelder wieder: TR Architektur, Bundeswehr, Ulrich Walter GmbH, Combi, AOK Niedersachsen, Schöma Maschinenbau, Stadtwerke EVB Huntetal, Polizei, Autohaus Anders, Glas Schmidt GmbH (alle Diepholz), KONTOR F. Diepholz (Wagenfeld), Landkreis Diepholz, Ausbildungsverbund Diepholzer Land für Berufskraftfahrer (Barnstorf), WRZ Roofmanranch (Dönsel), Landhaus Lohne, Segelschule und Bootsvermietung Schlick (Lembruch), Schuldnerhilfe Niedersachsen, Meritus Seniorenzentrum (Wagenfeld), Haus am Suletal Seniorenheim (Sulingen), BASF Polyurethanes (Lemförde), Restaurant und Partyservice aus Hannover, Friseur DA Emidio Incontri (Bückeburg) und die Schulen Dr. Blindow aus Minden.

„Die Schüler sind beeindruckt von den vielfältigen Angeboten während des Aktionstages", freut sich der Schulleiter. Auf sehr anschauliche Weise sei es ihnen möglich gewesen, sich mit Berufen auseinanderzusetzen und somit einen Einblick in die Praxis zu gewinnen. Und dies sei im „normalen" Unterricht in diesem Umfang gar nicht möglich, so Hofemeister. Alles in allem habe die Schule ein positives Feedback sowohl von den Jugendlichen als auch den Betrieben erhalten, so dass das Projekt auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll. In diesem Jahr wurde die praktische Berufsweltorientierung vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) organisiert. Die Anregung einiger Betriebe, das Interesse der Schülerinnen und Schüler mehr zu berücksichtigen, soll nach dem Willen der Schulen im nächsten Jahr aufgegriffen werden.