Uhu Ben bei uns zu Besuch

Eine tolle Ergänzung zum Biologieunterricht erlebten drei fünfte und zwei sechste Klassen am letzten Freitag. Das Erlebnis-Umweltmobil parkte für einen Schultag auf dem Gelände unserer Schule. Der Umweltbiologe Albrecht Trenz fesselte die Schüler mit seinem Vortrag über die heimischen Tiere in Wald und Feld.

„Weißt du, wie viele Klassenkameraden du wegtragen könntest, wenn du eine Ameise wärst?, fragte er Carena aus der 5a. Sechzig (!) ist die Antwort. Wie klingt es, wenn eine Horde Wildschweine durchs Unterholz bricht? Wie unterscheiden sich die Stimmen von Reh und Hirsch? Herr Trenz zeigte Tierfotos und spielte die passenden Laute und Geräusche ab. Der freundliche Falkner ließ die Kinder Tierspuren mithilfe von Abdrücken erraten, erklärte den Unterschied zwischen Gehörn und Geweih und gab viele nützliche Tipps zur Beobachtung von Wildtieren. Wie kann man erkennen, ob ein Tier Tollwut hat und wie verhält man sich, wenn man gebissen oder gekratzt wurde? Praktisches naturkundliches Basiswissen wurde spannend vermittelt und die jeweils 45 Minuten vergingen wie im Flug.

Uhu Ben 02

Die Klasse 5a vor dem Umweltmobil

Das absolute Highlight war die Begegnung mit Ben, dem zahmen Uhu. Seit zehn Jahren lebt der schöne Vogel bei Albrecht und Heike Trenz in einer Voliere, die so groß ist wie ein Einfamilienhaus. Ben ist ein geselliges Tier und völlig auf die Trenz´ fixiert. „Zeig mal, wie groß du bist", forderte Herr Trenz den Uhu auf.

Uhu Ben 03

Ben auf der Hand "seines" Menschen

Staunend sahen die Kinder, wie Ben die Flügel zu einer beachtlichen Spannweite ausbreitete. Mithilfe einer Dohlen- und einer Uhufeder demonstrierte der Umweltbiologe den Unterschied zwischen den flatternden Fluggeräuschen anderer Vögel und dem lautlosen Gleiten der Eulenvögel, von denen die Uhus bei uns die größten sind.

Uhu Ben 01

Die Kinder durften den Uhu vorsichtig streicheln

Zum Abschluss überreichte Heike Trenz Geschenke für alle Kinder: Lupen zur genauen Betrachtung von kleinen Lebewesen oder feinen Strukturen wie Federn und Mundwerkzeugen, Schlüsselbänder und Stoffbeutel.

Gesponsert wird das Umweltmobil von der Firma Kaufland und für die Realschule nach Diepholz geholt wurde es vom Naturpark Dümmer, wo man großen Wert auf die Vermittlung von Naturerlebnissen in der heimischen Region legt. Über die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz werden im Übrigen Klassenexkursionen finanziell unterstützt.

Moorentstehung

Torfmoos

Torfstechen

Moorkultur (Folie)

Schutz der Hochmoore (Folie)

 

 

Moor-Erlebnispfad im Diepholzer Moor

Handreichungen für den Unterricht

 

Zusammengestellt von Matthias Bahr

 

Textfeld:

Editorial

Ein sorgfältiger Umgang mit den Lebensgrundlagen, wozu auch eine intakte Natur und Landschaft gehören, ist für unsere Zukunft und die nachfolgenden Generationen eine zwingende Voraussetzung. Diese Tatsache ist spätestens mit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in unser Bewusstsein gerückt. Zur Mitarbeit an der Umgestaltung der Gesellschaft im Sinne der Agenda 21 benötigen die Bürger erhebliche Kompetenzen, welche nicht früh genug erlernt werden können. Die vorliegende Unterrichtseinheit will dazu einen Beitrag leisten. Sie bietet Lehrerinnen und Lehrern eine Hilfe, den Natur- und Landschaftsschutz auf eine lebendige Weise zu vermitteln. Im Vordergrund steht dabei das hautnahe Erleben und Erfahren der Moorlandschaften. Denn gerade die Moore sind alles andere als eine trockene Materie!

In diesem Sinne: viel Spaß bei der Erkundung der Diepholzer Region!

 

Zum Gebrauch

Moorlandschaften stehen im Mittelpunkt der Fächer Biologie, Geographie, Geschichte und Deutsch. Sie sind damit ein geeignetes Thema für einen fächerübergreifenden Unterricht. - sei es in einem Projekt, im Werkstattunterricht oder in einer Arbeitswoche vor Ort.

Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien richten sich an Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I, die diese Thematik aufgreifen wollen. Im folgenden finden sie Grundinformationen, didaktisch aufbereitetes Material und Hinweise für den Unterricht. Die hier vorliegenden Handreichungen wurden im wesentlichen aus verschiedenen Quellen zusammengestellt, welche im Anhang aufgelistet sind.

Für die wichtigsten und speziellen Aspekte der Moorlandschaften stehen zudem Arbeitsblätter zur Verfügung. Diese ergänzen bestehende Lehrmittel. Aufgrund des beschränkten Umfanges kann dieses Heft aber die fachspezifischen Unterlagen nicht vollständig ersetzen. Daher enthält die Literaturliste auch Angaben über weiterführende Literatur, Materialien und Medien.

Diese Unterrichtsmaterialien sollen den Einstieg in die Thematik Moorlandschaften soweit als möglich erleichtern. Einzusteigen lohnt sich bestimmt: Die Schülerinnen und Schüler werden die praxisnahe Abwechslung schätzen.

 

Sachinformation[1]

Beim Moor handelt es sich um ein Feuchtgebietsökosystem, in dem organische Substanz schneller produziert als abgebaut wird, was zu einer Anhäufung von teilweise abgebautem Pflanzenmaterial führt. Dieses Material wird Torf genannt. In manchen Mooren wächst der Torf nie so stark an, dass die Pflanzen den Kontakt mit dem Wasser verlieren. Solche Moore, in denen grasartige Seggen vorherrschen, werden Niedermoore genannt. In anderen Mooren wird die Torfschicht so dick, dass die an der Oberfläche wachsende Vegetation vom Mineralboden abgeschnitten wird. Solche Moore, in denen säurebildende Torfmoose vorherrschen, werden als Hochmoore bezeichnet. Sie werden überwiegend vom Niederschlagswasser gespeist. Erkennbar sind sie an der für Hochmoore typischen uhrglasförmigen Aufwölbung. Hochmoore, deren zeitliche Entwicklung etwa zu Beginn des Atlantikums (ca. 6000 Jahre v. Chr.) einsetzte, haben in der Regel keine Verbindung zum Grundwasser, d.h. sie sind ausschließlich niederschlagsabhängig und deshalb sehr nährstoffarm. Deshalb können hier nur wenige speziell an diese Bedingungen angepasste Pflanzen und Tiere leben. Hierzu gehören v.a. die sehr anspruchslosen mit Wasserspeicherzellen ausgerüsteten Torfmoose, die bedeutendsten torfbildenden Pflanzen. Sie sind in der Lage durch aktiven Ionenaustausch ihre Umgebung sauer zu gestalten und sich auf diese Weise gegenüber anderen Pflanzen einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen. Von Jahr zu Jahr sterben die unteren Teile der Torfmoospflänzchen ab. Infolge der Hemmung der Entwicklung von Mikroorganismen in dem sauren und sauerstoffarmen Hochmoorwasser werden die abgestorbenen  Pflanzen kaum zersetzt und vertorfen langsam. Die oberen Teile der Sphagnen wachsen dagegen weiter empor. Dieses hat zur Folge, dass die Torfschicht mit jeder Vegetationsperiode im Durchschnitt um einen Millimeter mächtiger wird. Da die Torfmoose im Moorzentrum bessere Wachstumsbedingungen als am Rand vorfinden und deshalb dort mehr Biomasse produzieren, führt dies im Laufe der Zeit zu einer uhrglasförmigen Aufwölbung des Hochmoors.

Moorböden kommen am ausgedehntesten in Gebieten höherer geographischer Breite vor. Sie entstehen unter kühl-feuchten Bedingungen dort, wo der Wasserabfluss verhindert, das Niederschlagswasser gestaut und der Abbau von organischer Substanz gehemmt ist. Manche Moorböden bilden sich, wenn angesammelte organische Substanz und Sedimente einen Teich oder ein Becken über die Höhe des Grundwasserspiegels hinaus auffüllen. Diese von Torfmoosen dominierten Becken versauern und verarmen derart an im Grundwasser enthaltenen Mineralien, dass sich Seggen und Süßgräser an die randlichen Bereiche zurückziehen. In selteneren Fällen kann das Torfmoos auf dem Wasser eine Schwimmdecke ausbilden, dann an Mächtigkeit zunehmen und das Wachstum einer mit ihm vergesellschafteten Vegetation, zumeist Heidekrautgewächsen, ermöglichen und schließlich den Boden erreichen. Solche Moore werden Übergangsmoore genannt. Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere nach Entwaldung, können Seggen und Torfmoose auch höheres Gelände besiedeln. Der Torf, den sie bilden, verdichtet sich und verhindert den Wasserabfluss.

Wegen ihres hohen Versauerungsgrades, des Grades ihrer Vernässung, der niedrigen Temperaturen und des niedrigen Gehalts an Sauerstoff sind die nördlichen Hochmoore eine Fundgrube vergangenen Lebens geworden. Pollenkörner, die in Hochmooren erhalten sind, geben Hinweise auf die Vegetation und das Klima der Vergangenheit. Torf wird bereits seit Jahrhunderten als Brennstoff gestochen. Weite Moorgebiete werden entwässert um Siedlungs- oder Agrarflächen zu gewinnen und um Torf abzubauen, welcher dann weiter zu Blumenerde verarbeitet wird. Nach Angaben des BUND werden allein aus deutschen Hochmooren hierzulande Jahr für Jahr rund 7,2 Millionen Kubikmeter Torf zur Verwendung in Gärten, Blumenkästen und in Pflanzenzuchtbetrieben weiterverarbeitet. Weitere 1,8 Millionen Kubikmeter werden zu Torfkoks, Torfaktivkohle oder zu medizinisch eingesetztem Badetorf verarbeitet.[2] Moore sind sensible Ökosysteme, die in vielen Gebieten in ihrem Bestand gefährdet sind. Da sie Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten, sind zahlreiche Moorgebiete unter Schutz gestellt worden.

In früheren Zeiten gehörten neben Wäldern und Heideflächen die Moore (insbesondere die Hochmoore zu den kennzeichnenden Landschaftselementen in Norddeutschland. Dauernutzung durch Land- und Forstwirtschaft, Torfgewinnung, bäuerlichen- und industriellen Abbau ließen die ursprünglich ausgedehnten Moorflächen jedoch schnell schrumpfen. Nach OTTO (1996) sollen zur Zeit der größten Moorausdehnung in Niedersachsen Ende des 18. Jahrhunderts ca. 6 500 km² Moore vorhanden gewesen sein. Der BUND nennt hier sogar eine Fläche von 9 000 km².

Nutzung der Moore früher und heute

Bis ins Hochmittelalter wurden die Hochmoore aufgrund ihres lebensfeindlichen und teils gespenstisch anmutenden Charakters von den Menschen weitgehend gemieden und zumeist nur randlich und extensiv als Vieh- und Bienenweide oder zur privaten Brenntorfgewinnung genutzt. Besonders die großen Hochmoore stellten in früheren Zeiten unüberwindbare Hindernisse dar. Da sie sehr nass und sumpfig waren, konnten sie nur bei starkem Frost überquert werden. Hochmoore trennten landesteile und häufig entwickelten sich sogar unterschiedliche Mundarten, Sitten und Gebräuche innerhalb enger räumlicher Distanzen.

Erst mit den Bedürfnissen der Neuzeit (Erweiterung des Kulturraumes durch zunehmende Bevölkerungsdichte) begannen die Menschen, die Hochmoore als Siedlungs- und Wirtschaftsraums zu erschließen. Als älteste Nutzungsform ist hier die Moorbrandkultur zu nennen. Aufgrund der damit verbundenen weitreichenden Rauchbelästigung wurde diese nach dem I. Weltkrieg verboten. An ihrer Stelle wurden andere Formen der landwirtschaftlichen Hochmoornutzung entwickelt wie etwa das Verfahren der Deutschen Hochmoorkultur und das der Deutschen Sandmischkultur[3].

Neben der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung wurde in den Hochmooren seit jeher Torf abgebaut, welcher von den Bauern als Energiequelle genutzt wurde. Bereits um 1850 kamen erste Maschinen zur Gewinnung und Verarbeitung von Torf zum Einsatz. In Deutschland werden heute industriell pro Jahr ca. 7 Mio. m³ Weißtorf und 5 Mio. m³ Schwarztorf produziert. Rund 20% der gesamten Torfproduktion wird heute zu Torfaktivkohle weiterverarbeitet. Die restlichen 80% finden im Erwerbs- und Hobbygartenbau Verwendung.[4] Der größte Teil findet davon im Erwerbsgartenbau Verwendung. Weil Hochmoortorf, anders als Kompost, chemisch und physikalisch sehr einheitlich ist, kann er vom Großgärtner - je nach Bedarf der Pflanzen - umgewandelt werden zum aufgedüngten und im pH-Wert angepassten Standartprodukt.

 

Bewahrung und Renaturierung als primäre Ziele heute

Als private und öffentliche Vertreter des Natur- und Umweltschutzes erkannten, dass die schonungslose Kultivierung und Inwertsetzung der über Jahrhunderte hinweg gewachsenen Hochmoore über kurz oder lang zu einer völligen Vernichtung führt, hat man begonnen sich für die Bewahrung der verbliebenen Reste dieser einzigartigen Urlandschaft einzusetzen. Um eine dauerhafte Sicherung zu gewährleisten, hat die Niedersächsische Landesregierung 1981 ein Programm zum Schutz der Hochmoore erstellt.

Grundvoraussetzung für die Renaturierung anthropogen veränderter und degradierter Hochmoore ist zunächst einmal ihre Wiedervernässung, d.h. die erfolgreicher Wiederherstellung des hochmooreigenen Wasserhaushalts. Diese ist bei Hochmooren an eine positive klimatische Wasserbilanz gebunden. Dazu bedarf es einer mindestens 50 cm mächtigen Resttorfauflage, der Abdichtung aller bestehenden Entwässerungsgräben und Drainagen, einer unversehrten, undurchlässigen Tonschicht sowie der regelmäßigen Entfernung hochmooruntypischer Pflanzen (Entkusselung).

Neue Vorräte hat die deutsche Torfindustrie als Marktführer in der EU im Baltikum gefunden. Vor allem Estland ist reich an urwüchsigen Hochmooren und Sümpfen. Hier befinden sich einige der größten und kostbarsten Hochmoore Europas. Hierzu zählt beispielsweise das Endla-Moor, welches zum europäischen Naturerbe zählt. Hier haben sich schildförmig bis zu neun Meter dicke Torfschichten aufgebaut. Diese unberührten Sümpfe, in denen Orchideen wachsen und Biber und Bären ihren Lebensraum haben, sollten nicht ausgebeutet werden, denn die Torfgewinnung für den expandierenden Gartenbaus Europas wird von Wissenschaftlern als größte Bedrohung für die estnischen Moore gesehen. Da Estland auf die Einkünfte aus seinen Rohstoffen angewiesen ist, verpachten Regierung und regionale Behörden unter dem Druck der Industrie intaktes Hochmoor an westeuropäische Unternehmen, wobei sich diese Entwicklung erst am Anfang befindet.[5]

Sowohl aufgrund ihrer Bedeutung als Lebensraum für seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten (Genpotential) als auch  aufgrund ihrer besonderen Eigenart und ästhetischen Schönheit sollte die Bewahrung der Hochmoore höchste Priorität genießen und deshalb zielgerichtet und konsequent verfolgt werden. Auch als Kohlenstoffspeicher sind Sumpflandschaften weltweit bedeutsam. Nach den Sedimenten und den Ozeanen, die als wichtigste Senke mit dem größten Speichervermögen für atmosphärisches CO2 gelten, kommt den Pflanzen und Böden, also der terristrischen Biospäre, die zweitwichtigste Rolle bei der Aufnahme von CO2 zu[6]. Torfmoore bestehen aus unvollständig abgebautem Material, das enorme Mengen an Stickstoff und Kohlenstoff bindet. Durch ihre Funktion als Senke für diese Elemente spielen Moore eine wichtige Rolle in deren globalen Kreisläufen. Im moorischen Finnland beispielsweise befindet sich rund doppelt soviel Kohlenstoff gebunden im Boden wie frei in der Luft. Es gilt also folgendes zu beachten: je größer die Reservoire, desto langfristiger bleibt der Kohlenstoff in ihnen gespeichert. Bei der Trockenlegung der Moore entsteht durch Luftzufuhr Kohlendioxid. Hierdurch entweichen gigantische Mengen Treibhausgas in die Atmosphäre.

Bürger, die die Erhaltung der Hochmoore unterstützen wollen, können dies auf unterschiedliche Art und Weise tun: Eine Möglichkeit ist beispielsweise der persönliche Verzicht auf Torf zur Bodenverbesserung und Humifizierung in Haus und Garten. Man kann hier auf alternative Produkte wie z.B. Rindenmulch zurückgreifen. Hochmoorbesucher, die die immer häufiger und eigens zu diesem Zweck ausgewiesenen Wege und Pfade bewusst nicht verlassen und sich bei ihren Spaziergängen naturgerecht verhalten, vermeiden nicht die Beschädigung von Flora und Fauna. Auch so kann man einen Beitrag zum Schutz unserer Hochmoore leisten.

 

Die Diepholzer Moorniederung

Im Jahre 1971 wurde in der indischen Stadt Ramsar ein internationales Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten beschlossen. Als Unterzeichner des Abkommens ist auch Deutschland zum Schutz von Mooren und anderen Feuchtbiotopen verpflichtet. Zu den 30 deutschen Ramsar-Gebieten zählt beispielsweise auch die über 150 Quadratkilometer große Diepholzer Moorniederung. Die Diepholzer Moorniederung gehört zu den am besten erhaltenden großräumigen Hochmoorlandschaften in Niedersachsen. Obwohl auch hier Entwässerung, landwirtschaftliche Kultivierung und industrielle Abtorfung bis in die 1980er Jahre sämtliche Hochmoore störten oder gar zerstörten, konnten einige ökologisch sehr wertvolle Teilbereiche erhalten bleiben.

Der Naturraum Diepholzer Moorniederung liegt im Süden der Norddeutschen Tiefebene zwischen dem Dümmer und der Weser. Die letzte Eiszeit vor gut 10.000 Jahren hatte eine große Ebene mit hochanstehendem Grundwasser hinterlassen. In den Flachseen und Tümpeln wuchsen Sumpfpflanzen, die im Laufe der Jahrtausende durch Ablagerung unzersetzter Pflanzenteile in den Senken Niedermoore bildeten. Ihr Wasserspiegel war identisch mit dem Grundwasserspiegel. Dank des typisch norddeutschen vom Atlantik beeinflussten Klimas konnten sich in der nassen Niederung dann vor gut 5.000 Jahren wahre Hungerkünstler ansiedeln, die Torfmoose. Mit geringsten Nährstoffen auskommend und viel Wasser speichernd wuchsen Torfmoose bei hinreichender Feuchtigkeit und Temperatur sehr üppig. In diesem nassen, nährstoffarmen und sauren Milieu wurden aber nur Anteile der jährlich gebildeten Pflanzenmasse zersetzt. Der Rest wurde als Torf abgelagert, pro Jahr einen Millimeter - ein Hochmoor begann zu wachsen. Bis zu mehrere Meter wuchsen sie auf einem Viertel des Naturraums über ihre Umgebung hinaus. Mit dem Aufwölben des Moores stieg der hochmooreigene Wasserspiegel, es entstand ein vom Grundwasserspiegel völlig unabhängiger Wasserhaushalt.

 

 

Literatur:

BARTH, Wolf-Eberhard: Praktischer Umwelt- und Naturschutz. Hamburg, Berlin 1987.

Bezirksregierung Hannover - Obere Naturschutzbehörde- (Hrsg.) (1999): Diepholzer Moorniederung. Urwüchsige Landschaft und Vogelparadies. Hannover.

Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) (Hrsg.) (Nov 1997): Das Diepholzer Moor. Diepholz.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (1997): Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janairo - Dokumente - Agenda 21. Bonn.

HEMMER, Michael (1999): Naturerlebnisspiele. Naturerfahrung mit allen Sinnen. In: "geographie heute" H. 174, S. 14-17.

HOLZMÜLLER, Katja u. Bernd MARSCHNER: Rolle der Böden im Klimasystem der Erde. In: Geographische Rundschau Jg. 53 (2001) Heft 5, S. 40-47.

MEYER, Hans-Heinrich (1984): Geographisch-geologischer Exkursionsführer für Diepholz und Umgebung. In: ERIKSEN, Wolfgang (Hrsg.): Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft zu Hannover. Hannover.

MÜCKE, Gisela (1989): Das Moor neu entdecken. Hannover.

NAROSKA, Friederike (1999)*): Moor. Ein extremer Lebensraum für Pflanzen und Tiere (Schülerheft und Lehrerinformation). Deutscher Sparkassenverlag Stuttgart.

OTTO, Karl-Heinz (1996)*): Hochmoore. Nutzung oder Bewältigung? In: "geographie heute", H. 144, S. 46-51.

ROHWER, Gertrude (2000): Agenda 21 im Erdkundeunterricht. Die Zukunft denken - die Gegenwart gestalten. In: "geographie heute", H. 180, S. 2-7.

SCHNITZLER, Heinrich (1997)*): Wechselbeziehungen im Lebensraum Moor (= Unterrichtspraxis Biologie Bd. 19). Köln: Aulis-Verl. Deubner.

Schweizerisches Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Hrsg.) (1994): Moorlandschaften. Bern.

SCHWERTNER, Peter: Heimische Biotope: ein Arbeitsbuch für den Naturschutz. Augsburg 1991.

WILHELMI, W.: Aufgaben zum Rundweg am Neustädter Moor

 

*) enthält weitere Materialien und Hinweise für den Unterricht!

 

 

Filme, Medien und Internetadressen

 

Kreisbildstelle Diepholz (Auswahl):

 

Nummer

Titel

Medium

1002238

Leit und Charakterpflanzen der Hochmoore (1) (1974)

Diareihe

1002239

Leit und Charakterpflanzen der Hochmoore (2) (1974)

Diareihe

1041757

Moor und Heide (1989)

Diareihe

32 42408

Biotop Moor - Müssen unsere Moore sterben? (1980)

16mm Lichttonfilm

4245516

Torfabbau und Naturschutz (1990)

VHS-Video

 

 

 

 

 

Kreisbildstelle Vechta (Auswahl):

 

Nummer

Titel

Medium

3200319

Neuzeitliche Moorkultivierung

16mm Lichttonfilm

3203896

Das Hochmoor: Wachstum, Zerstörung, Regeneration

16mm Lichttonfilm

3250088

Moor und Geest in Niedersachsen

16mm Lichttonfilm

4251002

Wachstum und Leben im Moor

VHS-Video

4280025

"Arbeit im Moor Torfabbau und Verbreitung

VHS-Video

4280026

"Geborgene Schätze" Ausgrabungen am Bohlenweg bei Diepholz

VHS-Video

505008

Faszination Moor - Flora und Fauna

80 Dias, Textheft, Diskette, Buch

6650052

Umweltdatenbank Diepholzer Moorniederung

CD-Rom

 

 

CD-Rom

 

Kreissparkasse Hannover (Hrsg.): Mythos Moor, Natur - Geschichte - Aktion. Hanover 1998. (Bestellung für DM 20,- unter 0511-3600-0)

 

 

Links zum Thema „Moor“:

 

http://www.nordwestreisemagazin.de/moor.htm

http://www.fehnmuseum.de

http://www.kbs-meldorf.de/unter/oeko/moor_1/moor_1.htm

http://www.bund-niedersachsen.de/diepholzer-moorniederung

http://moorschutz.de

http://www.fehntouristik-eiland.de/fehnmuseum/index.html

http://www.schmitzens-botanikseite.de/sphama/sphama2.htm

http://www.norbertschnitzler.de/Sammlungen/Museen/Moor/catalog.html

http://www.mu.niedersachsen.de/GEOSUM/Datenserver/hochmoor.htm

http://www.bgr.de/N2/TEXT/BODNDS/NLFBOOK/HTML/nds_6_32.htm

 

 

 

 



[1] Zusammengestellt aus den in der Literaturliste angegebenen Quellen.

Presseinfo des BUND vom 04.03.1998 (http://bund.net/pressearchiv1998/msg00010.html)

[3] Vgl. hierzu ausführlich OTTO 1996.

[4] Quelle: Zentrale Informationsstelle Torf und Humus (Hrsg.) (1992): Kultursubstrate im Gartenbau. Hannover.

Vgl. http://www.spiegel.dedruckversion/0,1588,73646,00.html

[6] Vgl. HOLZMÜLLER u. MARSCHNER 2001.

 

Klasse 7

Lebensraum Wald

Frühblüher +++ Pilze +++ Flechten +++ Moose +++ Bodenaufbau +++ Nahrungskreisläufe

http://www.wald.de

http://www.waldschrat.net/

http://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/frueh/blueher.htm

http://www.pilzepilze.de/

http://www.nafoku.de/flemoos/flemoos.htm

http://www.users.odn.de/~odn20416/Bodenprofil.htm

 

Insekten

Borkenkäfer +++ Stubenfliege +++ Honigbiene +++ Nahrungskreisläufe

http://www.tierfreund.de/

http://www.swen-buschfeld.de/bienen/

 

Einzeller, Zelle

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d04/04a.htm

http://fachberatung-biologie.de/Themen/Zelle/pflanzzellosm.htm

http://www.biolinks.de/sys60.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Einzeller

 

Pflanzenzelle

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/dreg/frws.htm

http://www.biologie.uni-ulm.de/lehre/allgbot/anawur.html

 

Organe und Aufbau der Pflanzen

http://www.uni-koblenz.de/~odsbcg/baeume97/blattver.htm

http://www.u-helmich.de/bio/stw/reihe4/blatt/blatt01.htm#Anker

 

Klasse 8

Bau und Leistung von Pflanzen

Osmose, Diffusion +++ Wasseraufnahme durch die Wurzelhaare +++ Leitbündel

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/dreg/frws.htm

http://www.biologie.uni-ulm.de/lehre/allgbot/anawur.html

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d22/22c.htm

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d05/05b.htm

 

Ernährung des Menschen

Vitamine +++ Vitaminmangel +++ Erkrankungen

Ernaehrung

Verdauungsorgane: Leber +++ Niere

http://www.stoma-seite.de/Verdauungssystem/duenndarm.html

http://www.lebertransplantation.eu/grundlagen-der-leberfunktion.html

 

Blutkreislauf, Herz

Arterien, Venen, Kapillaren +++ Herzaufbau, -phasen +++  Angina pectoris, Herzinfarkt

http://www.angiologe.de/patient/anatomie/arterien.html

 

Atmungssystem

http://www.best-med-link.de/index.htm?http://www.best-med-link.de/d/mensch/m03atmung_aufbau.htm

 

Sinnesorgane

http://www.physiology.de/hvsinne/auge/seh01.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Ohr

http://www.stadtklima.de/stuttgart/L98/begriffe.htm

http://www.tauchsport.de/buch/ohr.html

 

Nerven, Gehirn

http://www.g-netz.de/Der_Mensch/nervensystem/kleinhirn.shtml

http://www.grundmotorik.de/de/hjernen.htm

biologie/r0216t00.htm

 

Klasse 9

Sinnesorgane

http://www.physiology.de/hvsinne/auge/seh01.htm

http://www.g-o.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=18〉=4

http://de.wikipedia.org/wiki/Ohr

http://www.tauchsport.de/buch/ohr.html

 

Nerven, Gehirn

http://www.g-netz.de/Der_Mensch/nervensystem/kleinhirn.shtml

http://www.grundmotorik.de/de/hjernen.htm

http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/GEDAECHTNIS/GehirnZeit.shtml

http://www.krref.krefeld.schulen.net/referate/biologie/r0216t00.htm

 

Klasse 10

Genetik

www.infochembio.ethz.ch/links/biochem_dna_lehr.html

www.zum.de/faecher/materialien/beck/13/bs13-1.htm

 

Evolution

www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d41/41.htm

 

Evolution des Menschen

www.willighp.de/evo/index1024.php

www.sauti.de

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