Schüler fragen nach beim Thema Ehrenamt

Realschüler laden Freiwilligenagentur ein/Kompetenzgewinn auch fürs Berufsleben

Als Assistenztrainer jüngere Kindermannschaften beim Fußball betreuen, älteren Menschen im Seniorenheim aus der Zeitung vorlesen oder im Tierheim mit Bello und Wuffi regelmäßig Gassi gehen - auch für Schüler in jungen Jahren gibt es viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Im Wahlpflichtkurs Politik der achten Klassen der Realschule Diepholz stellte Barbara Parizsky jetzt die Angebote der Freiwilligenagentur vor.

„Sich freiwillig und ohne Bezahlung für andere einzusetzen, das war in meiner Jugend ganz normal", berichtete Parizsky den Achtklässlern bei ihrem Besuch in der Realschule. Schon innerhalb des Politikunterrichtes hatten sich die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Julia Trubel-Banke mit dem Thema beschäftigt: Ehrenamt, was ist das eigentlich? Macht das auch Spaß? Warum braucht unsere Gesellschaft engagierte Freiwillige und welche Vorteile und Chancen sehen Politik und Wirtschaft in diesem Einsatz? Diese und andere Themen hatten die Schüler mithilfe von Zeitungs- und Internetrecherchen und in Diskussionsrunden bearbeitet.

 

 

So wie sie sich als Jugendliche in der Gestaltung von Kindergottesdiensten eingebracht habe, so gäbe es auch heute vielfältige Möglichkeiten, sich als junger Mensch ehrenamtlich zu engagieren, erklärt Barbara Parizsky. „Neben dem Wunsch, anderen, vielleicht benachteiligten Gruppen, durch seinen Einsatzes etwas Gutes zu tun", erklärte die Diepholzerin, „steht bei einem freiwilligem Einsatz heutzutage auch meistens der Wunsch nach kreativem Gestalten und Ausprobieren der eigenen Fähigkeiten im Vordergrund". Auf der Homepage der Freiwilligenagentur und auf anderen Internetseiten wie zum Beispiel dem „Engagement-O-Mat" der Aktion Mensch kann man sich über mögliche Einsatzbereiche und Einsatzorte informieren.

Etwa 36 Prozent der Deutschen sind derzeit in einem Ehrenamt aktiv. War dies früher automatisch mit einer längerfristigen Verpflichtung zum Beispiel als Kassenwart eines Vereins oder als Helfer in einer Kirchengemeinde verbunden, so ist heute freiwilliges Engagement auch in kurzfristigen Projekten zum Beispiel im Bereich Umweltschutz oder Jugendarbeit möglich, berichtet Parizsky. In Diepholz werden neben anderen Einsatzgebieten zurzeit Mitarbeiter für die Freiwillige Feuerwehr oder auch für Sportvereine gesucht.

Dass ehrenamtliches Engagement nicht nur eine gute Sache ist für diejenigen Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind, wurde den Schülern einmal mehr im Gespräch mit der Leiterin des Diepholzer Ehrenamtsbüros deutlich. „Die Mitarbeit in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Tierheimen oder Sportvereinen fördert die Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft der jungen Leute", erläutert Barbara Pariszky. Und wenn ein zukünftiger Arbeitgeber von einem solchen Einsatz der jungen Menschen erfahre, so hätten diese oftmals bessere Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. jtb

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Der Wahlpflichtkurs Politik der achten Klassen der Realschule Diepholz hatte Barbara Parizsky (rechts) von der Freiwilligenagentur in ihren Unterricht eingeladen, um sich über die Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement zu informieren.
Foto: Trubel-Banke